Verantwortungsbewusst im Umweltschutz

Österreichs chemische Industrie nimmt den Umweltbereich ernst: Jährlich wendet die chemische Industrie hunderte Millionen Euro für Umweltschutzmaßnahmen auf. Die chemische Industrie zählt damit nicht nur im Vergleich mit der chemischen Industrie Europas, sondern ebenso mit anderen Industriebranchen in Österreich zu den "Umweltmusterschülern".

Dass der Schutz von Mensch und Umwelt Österreichs chemischer Industrie am Herzen liegt, beweist auch die freiwillige Initiative "Responsible Care". Mit diesem eigens für die chemische Industrie entwickelten weltweiten Umweltschutzprogramm will man in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt ständig für Verbesserungen sorgen. Um das "Responsible Care"-Zertifikat zu erhalten, muss sich ein Chemiebetrieb einer strengen Prüfung durch unabhängige Gutachter unterziehen. 

Beiträge der chemischen Industrie zum Klimaschutz

Bis eine globale Klimaschutzstrategie gefunden ist, wird noch ein langer Verhandlungsweg zu beschreiten sein. Es muss gelingen, Ziele zu vereinbaren, die den notwendigen Klimaschutzeffekt bringen und dennoch den Volkswirtschaften genug Freiraum für eine wirtschaftliche und sozial positive Entwicklung lassen. Diese Herausforderung kann nur mit Innovationen gemeistert werden. Die chemische Industrie spielt dabei eine außerordentlich wichtige Rolle. Als Branche mit einem hohen Energiebedarf steht sie zwar für einen nicht unerheblichen Anteil an Treibhausgasemissionen, dennoch: viele Innovationen der Chemie - Verfahren und Produkte - leisten wertvolle Beiträge zum Klimaschutz und verhelfen der Branche insgesamt zu einer deutlich positiven Klimabilanz.

Die chemische Industrie produziert heute mit höchster Energieeffizienz. Ihre Produkte ermöglichen es, in vielen Bereichen weitaus mehr Energie (und damit Treibhausgase) einzusparen, als zu ihrer Herstellung notwendig ist. Die chemische Industrie liefert wichtige Beiträge zu einer Vielzahl von innovativen Technologien, die Energie und Treibhausgase einsparen helfen.

Lesen Sie dazu die Beiträge der chemischen Industrie zum Klimaschutz

Energie- und Klimapolitik mit Augenmaß!

Energie ist ein wesentlicher Produktionsfaktor für die chemische Industrie. Ihr Anteil an den Produktionskosten kann bei einzelnen Unternehmen bis zu 75 % betragen und ist damit entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit. Mit 68 % Exportanteil steht die chemische Industrie im globalen Wettbewerb zu Konkurrenten, die mit wesentlich niedrigeren Energiekosten kalkulieren können. Will man die Industrie als wesentlichen Wirtschaftsfaktor im Land halten, muss die Energie- und Klimapolitik daher klug und vorausschauend sein und darf den Standort nicht gefährden. In den USA z.B., die eine Politik der Reindustrialisierung betreiben, sind die Gas- und Strompreise meist niedriger als in Europa.

Der Fachverband sieht daher folgende Rahmenbedingungen für notwendig an:

Erneuerbare Energien und Energieversorgungssicherheit

  • Eine Begrenzung der Energiekosten für energieintensive Betriebe u.a. durch Deckelung der Ökostromabgaben ist unbedingt erforderlich.
  • Erneuerbare Energien müssen an die Marktreife herangeführt werden. Das derzeitige Ökostrom-Fördersystem mit gesetzlich garantierten Einspeisetarifen ist auf ein kostenorientiertes System umzustellen. Auf EU Ebene ist dazu eine einheitliche Förderpolitik im Interesse effizienter und ausgereifter erneuerbarer Energieträger erforderlich.
  • Das europäische Stromnetz entspricht nicht den Anforderungen der Zeit. Der Netzausbau und die Modernisierung der Energieinfrastruktur sind voranzutreiben, um die Energieversorgungssicherheit und den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energiequellen zu gewährleisten.
  • Die industrielle Eigenstromversorgung als Beitrag zur Energieversorgungssicherheit soll durch entsprechende Anreizsysteme (z.B. Verlängerung der KWK-Investitionsförderung) gestärkt werden.
  • Biomasse muss mehrfach genutzt werden. Die kaskadische Nutzung von Biomasse ist zu forcieren.

Energieeffizienz

Die chemische Industrie leistet mit ihren Produkten einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Energieeffizienz sowie zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen. So sorgen Produkte wie Dämmstoffe, Kunststoffe bei Verpackungen und im Auto, Niedrigtemperaturwaschmittel und Anti-Fouling Farben für eine positive Energie- und Treibhausgasbilanz. Auch bei den Produktionsprozessen setzen die Unternehmen der chemischen Industrie – vor allem im Bereich der energieintensiven Grundstoffindustrie – schon seit vielen Jahren auf Energieeffizienzmaßnahmen.

  • Im Rahmen eines Bundes-Energieeffizienzgesetzes müssen optimale Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Energieeffizienzmaßnahmen geschaffen werden. Statt eines vom Gesetzgeber geplanten Verpflichtungsmodells ist ein Anreizsystem zur Realisierung von Energieeffizienzmaßnahmen zu setzen. Außerdem sollte kein starrer Wert als verbindliche Obergrenze des Energieverbrauchs festgelegt werden. Denn dies wäre wachstumsfeindlich und würde Investitionen in den Standort verhindern. Weitgehende Umsetzungsfreiheit für die Unternehmen und ein unbürokratisches Monitoring sind dafür Voraussetzung um eine Verzerrung des Wettbewerbes zu verhindern.
  • Die Unternehmen der chemischen Industrie arbeiten laufend daran, ihren Energieverbrauch zu optimieren. Sie haben damit freiwillig schon Vorleistungen erbracht, die bei der Umsetzung der EU-Energieeffizienz-Richtlinie honoriert werden müssen.

Klimapolitik

Die EU steuert etwa 11 % der weltweiten Treibhausgasemissionen bei – Tendenz sinkend. Bei Einsparmaßnahmen ist die Manövriermasse der EU also durchaus überschaubar. Klimapolitische Alleingänge der EU bringen daher für das Weltklima wenig, belasten die europäische Wirtschaft aber einseitig mit Kosten und forcieren eine Abwanderung CO2-intensiver Produktionen aus Europa (Carbon Leakage). Die größten CO2-Emittenten sind jedenfalls durch Abschluss eines internationalen Klimaschutzabkommens einzubinden.

Das EU-Emissionshandelssystem soll zu keinen neuen Belastungen führen. Eingriffe in den Emissionshandel (wie bspw. Set-Aside, Backloading und strukturelle Maßnahmen) gefährden die Planbarkeit für Unternehmen und somit den Wirtschaftsstandort. Als negatives Beispiel ist festzuhalten, dass die Anwendung des im September 2013 durch die Europäische Kommission veröffentlichten sektorübergreifenden Korrekturfaktors – mit durchschnittlich 12 % über die Periode 2013 bis 2020 – zu einer weiteren Erhöhung der CO2-Kostenschieflage für europäische ETS-Betriebe führt.

Die derzeitige Carbon Leakage Regelung ist ein wesentliches Instrument der Standortsicherung in Europa. Daher dürfen die Kriterien im Rahmen einer Revision keineswegs verschärft werden. Der Carbon Leakage Status ist daher für die betroffenen Branchen der chemischen Industrie auch bis 2030 zu erhalten. Außerdem sollen Carbon Leakage Betriebe, die CO2-effizient produzieren („Benchmark“) ohne nachträgliche Abschläge für 100 % ihres Bedarfs Gratiszertifikate erhalten.

In der Emissionshandels-RL ist für die Mitgliedstaaten eine Kompensationsmöglichkeit für indirektes Carbon Leakage vorgesehen (d.h. Abwanderungsgefahr von Industriebetrieben aufgrund höherer Strompreise durch den Emissionshandel). Um Wettbewerbsnachteile mit Mitbewerbern außerhalb und innerhalb der EU auszugleichen, fordert der Fachverband die Einführung von entsprechenden Kompensationsmaßnahmen auch in ÖsterreichAuktionierungseinnahmen aus dem Emissionshandel fließen in das allgemeine Budget der Mitgliedstaaten. Auktionierungserlöse sollten daher in die Wirtschaft zurückfließen, um die Entwicklung kohlenstoffarmer Produktionstechnologien voranzutreiben.

Responsible Care feiert 25-jähriges Jubiläum

 

RCBei Responsible Care handelt es sich um eine weltweite, freiwillige Initiative der chemischen Industrie, die sich zum Zweck einer Verbesserung der Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltsituation strenge Selbstkontrollen auferlegt hat. Chemische Betriebe, die diese Auflagen erfüllen, werden mit dem auf drei Jahre limitierten Zertifikat "Responsible Care" ausgezeichnet. Mit dem Jahr 2017 feiert die Initiative nun ihr 25-jähriges Bestehen in Österreich.

Entstehung 

Die Idee zu Responsible Care stammt aus Kanada, wo 1985 vom kanadischen Chemieverband die Leitsätze für Responsible Care - auf deutsch „verantwortungsvolles Handeln" - erarbeitet wurden. Einige Jahre später wurde sie vom europäischen Chemieverband (CEFIC) mit der Zielsetzung übernommen, das Programm in allen nationalen Chemieverbänden Europas zu implementieren. In Österreich wird das Zertifikat Responsible Care seit 1992 vom Fachverband der Chemischen Industrie verliehen.

Anforderungen für Responsible Care 

Die Anforderungen, die erfüllt werden müssen, um das Zertifikat Responsible Care zu erlangen, werden vom Chemieverband jedes Landes individuell festgelegt. In Österreich hat sich der Fachverband der Chemischen Industrie sehr früh zu einer genauen Prüfung entschlossen. 

Die Maßnahmen, die ein Betrieb im Rahmen des Responsible Care-Programmes erfüllen muss, gehen weit über die in Österreich geltenden gesetzlichen Auflagen und Vorschriften hinaus. Die Beurteilung des Betriebes wird von zwei externen unabhängigen Prüfern vorgenommen. 

Bei der Überprüfung werden rund 300 Fragen aus den Bereichen Energie, Entsorgung, Lagerung, Arbeitnehmerschutz, Industrieunfallvorsorge, Umweltorganisation u.v.m. nach einem Punktesystem bewertet. Die Erfüllung aller gesetzlichen Auflagen wird vorausgesetzt. Für das Bestehen der Prüfung muss eine Mindestpunkteanzahl von 80 Prozent der Zusatzfragen erreicht werden. Diese Bewertung erfolgt gesondert für jeden Standort eines Unternehmens. Besitzt ein Unternehmen mehrere Standorte, so muss es sich auch mehreren Überprüfungen stellen.

Das Responsible Care-Zertifikat 

Sobald ein Betrieb die Prüfung für Responsible Care abgeschlossen hat und alle Anforderungen erfüllen konnte, erhält er vom Fachverband der Chemischen Industrie das Zertifikat Responsible Care verliehen. Der Betrieb darf dieses Zeichen für die nächsten drei Jahre in der Firmenwerbung (z.B. auf dem Briefpapier), jedoch nicht für Produktwerbung verwenden. Nach Ablauf der drei Jahre muss sich der Betrieb einer Kontrollüberprüfung unterziehen, um die Bezeichnung Responsible Care weiterführen zu dürfen. 

Rechtliche Anerkennung von Responsible Care

In Zielsetzung und Vorgangsweise bestehen bei Responsible Care große Ähnlichkeiten zu EMAS-Verordnung und ISO 14001. Ein wesentlicher Unterschied ist jedoch, dass Responsible Care nicht nur Umweltbelange, sondern auch die Bereiche betriebliche Sicherheit und Arbeitnehmerschutz mit einbezieht und somit eine Erweiterung gegenüber der EMAS-Verordnung darstellt.

2012 hat Responsible Care aufgrund seiner hohen Anforderungen die rechtliche Anerkennung in Österreich erlangt (BGBl. Teil II Nr. 152/2012). Responsible Care zertifizierte Unternehmen können die Verwaltungsvereinfachungen gemäß dem Umweltmanagementgesetz in Anspruch nehmen, wenn die im Vergleich zur EMAS III-Verordnung fehlenden Elemente erbracht werden (d.h. Überprüfung des Umweltberichts durch einen Umweltgutachter).

2014 folgte die Anerkennung von Responsible Care im Energieeffizienzgesetz (BGBl. Teil I Nr. 72/2014) und ermöglicht Responsible Care-zertifizierten Unternehmen ein internes statt einem externen Energieaudit in Anspruch zu nehmen. 

 

Videos zum Thema Responsible Care sind auf der Website des CEFIC und auf YouTube abrufbar.

 

Folgende Dokumente zu Responsible Care stehen als Download bereit:

 

Chemikalien Sicher Transportieren – CST 2016

Bereits zum 15. Mal veranstaltete der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) mit Unterstützung des Verbands der chemischen Industrie Deutschlands (VCI) und des europäischen Chemieverbands (CEFIC) die Konferenz „Chemikalien Sicher Transportieren – CST“. 120 Teilnehmer aus 12 Ländern nutzten die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch zwischen Transportexperten aus Chemieunternehmen bzw. Behörden und Einsatzkräften            

"Das große Interesse  an der Veranstaltung macht deutlich, wie wichtig der sichere Transport von  Chemikalien ist", erläutert Hubert Culik, Obmann des  Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs. "Ganz im Sinne unseres Responsible Care Programms - einer  freiwilligen Initiative für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz - leistet  CST einen Beitrag zur Verbesserung der Transportsicherheit.

Die Verantwortung  eines Unternehmens darf nie am Werkszaun enden, sondern erstreckt sich über den  gesamten Einflussbereich des Betriebes. Darum liegt uns als Fachverband der  sichere Gefahrguttransport so am Herzen."

Der 10. Oktober war der Gefahrgutgesetzgebung in Europa gewidmet. Experten erörterten die bevorstehenden neuen Regelungen für den Transport von gefährlichen Gütern.Am 11. Oktober lag der Schwerpunkt bei aktuellen Entwicklungen auf EU-Ebenen (EU – Kommission) und in Deutschland. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wagten Experten einen Blick in die Kristallkugel und diskutierten über die Zukunft von Gefahrguttransporten. Zum Abschluss wurden die Teilnehmer noch mit Best-Practice-Beispielen auf den Ernstfall vorbereitet.

Die Tagungsunterlagen der 20-jährigen Jubiläumsveranstaltung liegen bei!