Wort Kollektivvertrag auf Tastatur
Nach acht Verhandlungsrunden: Sozialpartner finden gerade noch tragfähigen Kompromiss

12.6.2026 - Chemische Industrie Österreichs: Einigung auf neuen Kollektivvertrag

Nach einem langen und intensiven Verhandlungsmarathon steht der neue Kollektivvertrag für die chemische Industrie. Die Löhne und Gehälter steigen um 1,8 Prozent, maximal um 100 Euro, das bedeutet eine nachhaltige Erhöhung von 1,62 Prozent. Zusätzlich wird im August eine steuerbefreite Einmalzahlung in der Höhe von 300 Euro zur Kaufkraftsicherung gewährt.

Ernst Gruber, Arbeitgeber-Verhandlungsführer im Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), kommentiert das Ergebnis: „Der Einigungsprozess über 8 Verhandlungsrunden war ein extrem steiniger Weg.  Vor allem die Streiks haben den Prozess zusätzlich erschwert und verlängert, insbesondere angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage: 600 verlorene Arbeitsplätze allein im vierten Quartal 2025, ein Produktionsrückgang von 18 Prozent in drei Jahren und ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Konkurrenzmärkten, allen voran Deutschland. Vor diesem Hintergrund haben wir heute eine Einigung erzielt, die für beide Seiten gerade noch vertretbar ist."

Die Eckdaten des Kollektivvertragsabschlusses:

  • IST-Löhne und -gehälter steigen um 1,8 %, maximal 100 Euro zuzüglich einer Einmalzahlung (im August) iHv 300 Euro
  • Mindestlöhne und -gehälter steigen um 2 %
  • Lehrlingseinkommen steigen um 2 %
  • Der neue Kollektivvertrag gilt ab 1.5.2026

 

Die aktuellen Unterlagen für 2026 sind unterhalb dieses Textes abrufbar.

Nur die von den Kollektivvertragsparteien unterschriebenen, beim Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hinterlegten und unter Das digitale Amtsblatt Österreichs | EVI kundgemachten Druckausgaben sind rückwirkend ab 1.5.2026 verbindlich. – Die Informationen auf dieser Webseite begründen keine Rechtsansprüche. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.

Als Arbeitgebervertreter sind wir uns unserer sozialen Verantwortung bewusst und es ist unser wichtigstes Anliegen, eine Verbesserung und Absicherung des Chemiestandortes Österreich zu erzielen - auch im Sinn der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Kollektivverträge sind Vereinbarungen, die zwischen kollektivvertragsfähigen Körperschaften abgeschlossen werden. Auf Arbeitgeberseite ist dies der Fachverband der chemischen Industrie und auf Arbeitnehmerseite die Produktionsgewerkschaft PROGE für Arbeiterinnen und Arbeiter sowie die Gewerkschaft GPA für die Angestellten.

Die Verhandlungen in der chemischen Industrie finden jährlich im Frühjahr statt.

Kontakt

Kathrin Desch