Chemische Industrie: Erste Runde der KV-Verhandlungen gestartet
Am 24. März 2026 sind die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 50.000 Beschäftigten in etwa 250 Unternehmen der chemischen Industrie Österreichs in die erste Runde gegangen. Die Gespräche fanden in einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld statt, das die Branche derzeit stark prägt.
Die chemische Industrie steht seit mehreren Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Hohe Energiepreise, gestiegene Arbeitskosten und eine insgesamt schwache Konjunktur haben dazu geführt, dass sich Teile der Branche bereits seit längerer Zeit in einer schwierigen wirtschaftlichen Phase befinden. Viele Unternehmen kämpfen weiterhin mit rückläufiger Wettbewerbsfähigkeit und hoher Unsicherheit bei Investitionsentscheidungen.
Zusätzlich wirken sich internationale Entwicklungen zunehmend auf die Industrie aus. Geopolitische Spannungen beeinflussen Energie- und Rohstoffmärkte, gleichzeitig führen globale Überkapazitäten und internationale Handelskonflikte zu weiterem Wettbewerbsdruck. Auch die wachsende regulatorische Komplexität auf europäischer Ebene stellt Unternehmen vor große Herausforderungen und bindet erhebliche Ressourcen.
Im Zuge der ersten Verhandlungsrunde wurden neben der wirtschaftlichen Situation der Branche auch die jeweiligen Rahmenrechtsforderungen der Sozialpartner präsentiert und erläutert.
Die Gespräche verliefen in einer sachlichen und konstruktiven Atmosphäre. Beide Seiten betonten, dass die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine besonders verantwortungsvolle Verhandlungsführung erfordern.
Die Verhandlungen werden am 9. April 2026 fortgesetzt.
