Streiks in der Chemieindustrie: 500 Mio. Euro Kostennachteil jährlich im Vergleich zum deutschen Mitbewerb
FCIO erinnert an 600 verlorene Arbeitsplätze allein im letzten Quartal 2025
Heute legen Beschäftigte der chemischen Industrie am Chemiepark Linz für zwei Stunden ihre Arbeit nieder. Für die Arbeitgeberseite ist das ein fatales Signal: Während die Branche im internationalen Wettbewerb auf Grund der hohen Lohnstückkosten immer weiter zurückfällt, wählt die Gewerkschaft den Konflikt. „Seit 2020 haben wir in Österreich kumuliert zwölf Prozent höher abgeschlossen als in Deutschland. Das sind jährlich 500 Millionen Euro Kostennachteil, die unsere Unternehmen mit sich schleppen", so Ulrich Wieltsch, Obmann des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO). Deutschland hat für 2026 eine Nulllohnrunde vereinbart und Österreich soll laut Gewerkschaft weiter drauflegen. Der Kostenabstand zu unserem wichtigsten Absatzmarkt und direkten Mitbewerber wächst damit weiter an.
Die Gewerkschaft blendet die wirtschaftlichen Fakten aus und setzt stattdessen auf öffentliche Inszenierung. „600 verlorene Arbeitsplätze allein im vierten Quartal 2025, 18 Prozent Produktionsrückgang bei chemischen Erzeugnissen in den letzten drei Jahren und die Antwort der Gewerkschaft ist Streik. Das ist keine Interessenvertretung, das ist Realitätsverweigerung auf dem Rücken der Arbeitnehmer", betont Wieltsch.
Die Arbeitgeberseite appelliert an die Gewerkschaft, die nächste Verhandlungsrunde am 2. Juni mit dem nötigen Realitätssinn zu führen.

