Rückblick: FTI-Highlights der Biobasierten Industrie

Wie können biobasierte Innovationen den Wandel zu einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Industrie beschleunigen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Veranstaltung FTI-Highlights der Biobasierten Industrie, die Forscher:innen, Unternehmen und Innovationsakteur:innen zusammenbrachte. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze, die zeigen, wie biobasierte Rohstoffe und Kreislaufwirtschaftskonzepte zur Defossilisierung beitragen können.

Bereits beim Vernetzungsformat mit Kurzpitches und Posterwalk wurde deutlich, wie breit das Spektrum der Forschung und Entwicklung in diesem Bereich ist: Von integrierten Bioraffinerien über biobasierte Verpackungen, Flüssigdünger aus Biertreber bis hin zu neuen Materialien für Gebäude und Textilbeschichtungen sowie Naturfaser-Kompositen für Windräder. Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte zog sich ein gemeinsamer Gedanke durch die Präsentationen: Der Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft gelingt nur durch das Zusammenspiel von technologischer Innovation, wirtschaftlicher Umsetzbarkeit und enger Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Frage nach den Qualifikationen, die künftig benötigt werden. In der Diskussionsrunde wurde deutlich, dass Menschen oft gerade wegen ihrer Begeisterung für einen Werkstoff oder ein Fachgebiet den entsprechenden Berufsweg wählen. Gleichzeitig wurde die wichtige Rolle von Schulen und Lehrkräften hervorgehoben. Praxisnahe Projekte können großes Interesse an Technik, Naturwissenschaften und Nachhaltigkeit wecken. Voraussetzung ist allerdings, dass solche Angebote einfach umsetzbar sind, keine zusätzlichen Kosten verursachen und den Lehrkräften keinen unverhältnismäßigen organisatorischen Aufwand bereiten.

Zum Abschluss richtete sich der Blick auf ein Thema, das in Innovationsprozessen oft zu kurz kommt: das Scheitern. Die Diskussion machte deutlich, dass Rückschläge ein unvermeidbarer Teil von Forschung und Entwicklung sind. Erfolg entsteht nicht allein durch finanzielle Mittel, sondern durch engagierte Menschen, gute Ideen und Beharrlichkeit. Oder, wie es ein Teilnehmer auf den Punkt brachte: „Geld alleine schießt noch kein Tor.“ Ebenso wichtig seien die Bereitschaft, nach Misserfolgen wieder aufzustehen, kreativ weiterzudenken und neue Perspektiven einzunehmen. Mehrfach betont wurde dabei auch die Bedeutung von Netzwerken. Wer die eigene „Bubble“ verlässt und über den Tellerrand blickt, erhöht die Chancen auf neue Kooperationen und unerwartete Lösungsansätze. Und auch wenn Glück eine Rolle spielt, braucht es Eigeninitiative, damit Chancen überhaupt entstehen: Wer nicht Lotto spielt, kann schließlich auch nicht gewinnen.

Die Veranstaltung zeigte damit eindrucksvoll, dass die biobasierte Industrie nicht nur von technologischen Innovationen lebt, sondern vor allem von den Menschen, die sie mit Begeisterung vorantreiben.

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Dorothea Pritz